So, endlich komme ich dazu meinen Eintrag über unsere letzten Tage in Mexiko zu vollenden.
Wir sind von Chetumal aus morgens um sechs mit unserem neuen, aber schon ziemlich verbeulten Mietwagen in die “Reserva de la Biosfera Calakmul” gefahren. Das Reservat ist ausschließlich mit dem Auto zu erreichen. Wir fuhren 2 1/2 Stunden, bis wir das Schutzgebiet erreichten.
Auf kurvigen Strassen gings dann nochmal eine gute Stunde durch den Wald. Wir waren ganz enttäuscht, dass es auf der ganzen Fahrt statt dem versprochene Dschungel nur Zweitwald gab, und sich außer einem wilden Truthahn auch keine Tiere blicken liessen. Nach dem Eintritt in die Ausgrabungsstelle wurden die Bäume jedoch immer höher.Man hörte Voegel schreien und sah Riesenschmetterlinge den Weg kreuzen. Wir bewunderten gerade die Feger, die mit ihren Laubbesen den Dschungel sauber machten, als über uns auf einmal eine Horde Affen durch die Bäume turnte. Diesmal gereichte uns die Höhe der Dschungelbäume eher zum Nachteil. Die Affen waren leider nur aus der Ferne zu sehen. Weiter gings den kleinen Dschungelpfad entlang, bis sich vor uns auf einmal der Hauptplatz von Calakmul auftat. Wie aus dem Nichts ragte eine um die 40m hohe Ruine aus dem Dschungel. Rings um den Platz standen Tempel in verschiedenen Größen und Restaurationsstadien. Vor vielen der ehemaligen Gebäude standen mehrere Meter hohe Stelen mit Bildern und Inschriften. Oft konnte man noch die Reste der roten Farbe sehen, die einst zu den Hochzeiten Tikals aufgetragen worden war.
Die ersten Gebäude in Calakmul stammen aus dem 5 Jh. nach Christus. Etwas später war Calakmul der Erzrivale des weltbekannten Tikal und stellte die Stadt des Feindes in den Schatten. Doch lange hielt die Macht nicht, die Stadt verlor einige Schlachten und damit an Bedeutung.
Dank des weiten Weges den wir zu den Ruinen zurück legen mussten, waren, außer uns, nur wenige Besucher zu sehen und das machte das Erlebnis umso größer. Wir bestiegen alleine die riesigen Pyramiden und genossen den Blick über den weiten Dschungel. Man konnte grüne Papagaie und schwarze Affen durch Lüfte und Bäume turnen sehen. Auch über das ganze Areal mit den vereinzelten weißen Spitzen anderer Tempel, die durch das Blätterdach ragten, hatte man eine gute Aussicht. Bei guter Sicht (die wir leider nicht hatten) soll man sogar Tikal in der Ferne weiß schimmern sehen.
Als wir uns auf den Weg zum Ausgang machten, kreischten über uns die Vögel, die sich auf die Suche nach einem Schlafplatz machten. Wir sahen Tukane, große, schwarze Vögel mit gelbem Schwanz, und zu Bastis großer Freude jede Menge grüner Papagaien.
Unseren Tag liessen wir dann bei echten mexikanischen Tacos am Ufer von Chetumal ausklingen.
Liebe Grüße, Hannah