standort: mexico city

eine reise nach san josé

Archiv für Dezember, 2007

Endlich in der Karibik

Nachdem Mexiko unsere sehnlichen Wuensche nach ruhiger Zeit am Strand nur in der Pazifikregion zu befriedigen wusste, koennen wir uns gluecklich schaetzen, nun sagen zu koennen, dass wir all dies hier in Belize gefunden haben. Ein kleines unbekanntes Land, aber ein Karibikstaat durch und durch. Schwarze Bevoelkerung, englischsprachig, viel Reaggae, Gras, Rum und Spass. Wirklich sehr schoen ist. Ein kleiner Nachteil ist, dass das Internet hier schweineteuer ist, weswegen wir auch nicht wirklich in die Gelegenheit kommen, euch viel zu schreiben. Drum bitte ich darum, sich in erprobter Geduld, nicht jedoch in seeligem Vergessen zu ueben, bis wir wieder die Grenze des Landes nach Guatemala ueberschritten haben. Dort werden wir dann alles aufholen, angefangen von unserem abenteuerlichen Ausflug in den Dschungel zu den Ruinen von Calakmul, ueber unseren Besuch des “Blue Hole” mitten in der Karibik zu unseren ruhigen Weihnachtstagen am Strand.

In diesem Sinne wuenschen wir euch allen frohe Weihnachten, ein schoenes Fest mit eurer Familie!

Merry Christmas, guys!

Calakmul

Hallo ihr Lieben!

Wir leben noch! Es tut uns leid, dass es wieder so lange gedauert hat bis ihr neues von uns hoert, hoffentlich vergraulen wir euch nicht ganz.

Genauso schnell wie wir “Yukatan im Sturm” erobert haben, haben wir es auch wieder verlassen, fast zumindest, denn heute gehts nach Belize.

In Merida, oder sagen wir besser auf ganz Yucatan, lief nichts nach Plan! Unsere, beziehungsweise meine Post wollte einfach nicht kommen. Also ging’s anstatt nach Chichen Itza und Valladolid erst einmal zu den Cenoten in der Naehe von Merida. Cenoten sind unterirdische”Wasserloecher” im Kalkstein Yucatans, gefuellt mit Grundwasser. oft sind schon Loecher in der Kalksteindecke, so dass Sonnenstrahlen, oder dicke Baumwurzeln bis ins kristallklare Wasser reichen. Mit Jana, einer Deutschen, und Florian, einem Suedtiroler fuhren wir zu drei dieser Cenoten. In einem Dorf in der Naehe der Wasserbecken begann eine kleine “Eisenbahnlinie”. Befahren wurde diese von kleinen, selbst zusammengezimmerten Waegen a vier Plaetzen, die von je einem Pferd, oder besser Ponny gezogen wurden. Diese Pferdewaegen fuhren drei Cenoten an, bei denen man jeweils eine 1/2 Stunde Aufenthalt hatte, um zu schwimmen. Das Wasser war unglaublich klar, und voll mit Fischen. Dazu, die sich im Wasser brechenden Sonnenstrahlen, und Schwalben die durch das Daemmerlicht flitzten, dass muss man einfach erlebt haben!

Fuer Montag hatten wir dann eigentlich eine Tour nach Chichen Itza gebucht, doch leider wurden wir vergessen! Also kauften wir uns jeder eine weitere Haengematte (fuer den Strand).

Am Dienstag gings dann nach Chichen, mit anschliessendem Drop off in Cancun. Chichen Itza war leider sehr ueberfuellt. Amis, Amis und nochmal Amis, die alle ihre “fetten” Bierbaeuche zur Schau stellten ( oben ohne). Auch die Amerikanerinnen hielten nichts hinterm Berg, egal welche Figur, das Bikinioberteil schien ihnen als ultimatives Kleidungsstueck fuer jede Gelegenheit zu erscheinen! Dank der trampelnden Touristengruppen, bis zu 7000 Touris am Tag, sind so gut wie alle Gebaeude weitraeumig abgesperrt. Also wer nicht der Bekanntheit wegen nach Chichen Itza will, der kann sich diese Ausgrabungsstaette wirklich sparen. Ueber Tulum und Playa del Carmen, gelangten wir dann endlich an den Puerto Juarez und setzten abends um acht auf die Isla Mujeres ueber. Als wir todmuede nach etwas zu Essen suchten, traffen wir Alex und Dominik, zwei Konstanzer, die wir in Merida kennengelernt hatten, wieder (leider sind sie am naechsten Tag wieder abgereist).

Insgesamt blieben wir drei Tage auf der Isla Mujeres, einen verbrachten wir an den mehr oder weniger schoenen Straenden. Der tolle karibische Strand, auf den wir uns schon so lange freut hatten, blieb aus. Am zweiten Tag ging es dann per Fahrrad einmal um die Insel. Mit Stop in der Schildkroetenaufzuchtstation, wo natuerlich kraeftig fuer Joel, den kleinen, grossen Schildkroetenfan gefilmt wurde ;-) . Am oestlichen Ende der Insel fanden wir zu Bastis grosser Freude jede menge Leguane vor einem atemberaubenden Steilklippenpanorama mit wilder See. Der dritte Tag war durchgehend verregnet. Deshalb nutzten wir den Nachmittag und fuhren nach Cancun. Cancun hat uns beiden gar nicht gefallen, teuer, haesslich, und wie nicht anders zu erwarten amerikanisch.

Zurueck gings dann nach Merida, laut Telefonauskunft eines Postbeamten war der langersehnte Brief angekommen. Doch der Postbeamte war so zuverlaessig wie vieles andere in Mexiko, und am folgenden Tag gings um einige Pesos leichter (Buse, besonders von Cancun sind hier teuer) ohne Post nach Tulum weiter.

Auch in Tulum hielt uns nichts lange. Abends angekommen liessen wir uns von einem der ueberteuerten Taxis in die Zona Hotelera am Strand fahren. Die ersten drei Hotels, bzw Cabañas waren voll. Im Papaya Playa fanden wir dann schliesslich eine kleine Huette aus Zweigen mit Palmdach (inklusive Loechern, zum Glueck hat es nicht geregnet) und Betonbogen. Fuer das ganze zahlten wir einen stolzen Preis, aber es waren ja schliesslich auch Kakerlaken im Bett inklusive! Die Umgebung sah bei Nacht recht lauschig aus, und auch ueber den Blick bei sonnenaufgang aus unserer Huette konnte man sich nicht beschweren, nur der Strandabschnitt war nicht gerade der Schoenste. Am naechsten Tag liefen wir am ” Strand”, oft war es sehr felsig, entlang bis zu den Ruinen. Leider waren auch diese ziemlich ueberfuellt. Nach einem kurzen Skype-gespraech mit Viola, die Geburtstag hatte, entschieden wir uns dann kurzerhand und fuhren nach Chetumal, der Grenzstadt zwischen Belize und Mexiko.

Hier haben wir uns dann ein Auto gemietet, und sind nach Calakmul gefahren. Leider muss ich jetzt aufhoeren, wir muessen auf den Bus nach Belize, aber ich schreibe euch naechstes mal ueber unsere tollen Erlebnisse im Urwald.

Merida

Hallo ihr Lieben!

Inzwischen hatten wir etwas Zeit uns Merida genauer anzuschauen, und bei der Post waren wir auch schon viermal. Merida gefaellt mir bis auf ein paar kleine Ecken nicht so gut. Es ist unheimlich laut, dreckig und voll (vorallem mit Autos). 

Zurueck zur Geschichte mit der Post. Zuerst waren wir wie schon erwaehnt bei der Ex-Post, am naechsten Tag waren wir zwar bei der richtigen Post, doch postlagernde Briefe koennen nur bis 3:oo Uhr abgeholt werden. Naja also gings am naechsten Tag wieder hin, doch bis auf einen Brief von Marion ist bisher noch nichts angekommen. Weil ich noch auf meinen Tauchschein warte, sitzen wir hier also erstmal fest!

Unsere Wartezeit verbringen wir mit tollen Ausfluegen und chillen. Am Dienstag waren wir in Celestún, einem “Reseva de la Biosfera”. Wir sind mit einem kleinen Boot einen Meeresarm ins Landesinnere gefahren. Das Wasser war vom Harz der vielen Mangroven blutrot gefaerbt und am seichten Ufer tummelten sich rosa-rote Flamingos und andere Wasservoegel. Der Tag in der Natur war eine tolle Abwechslug zu all den Ruinen und Staedten, die wir am laufenden Band besuchen. Am Nachmittag erholten wir uns dann an einem weissen Sandstrand. So viele Muscheln wie hier habe ich noch nie auf einmal gesehen!

Vorgestern machten wir uns auf die Suche nach Haengematten und wurden dann auch fuendig. Wir liessen uns dann zu einem Mercedes unter den haengenden Betten ueberreden, der aber auch seinen stolzen Preis hatte. Na ja, wie oft im Leben kauft man sich eine Haengematte. Hoffentlich nur einmal.

Gestern waren wir dann in Uxmal (usch-mal ausgesprochen). Die Ausgrabungsstaette war zwar wirklich beindruckend, doch wie alle in Yucatan sehr teuer. Hier kassiert naemlich nicht nur der Staat Mexiko seine ueblichen 45 Pesos ab, nein der Bundesstaat Yucatan will auch noch ein Stueck vom Kuchen (50 Pesos). Aber allein schon wegen der Aussicht von der hoechsten Pyramide hatte sich das ganze gelohnt. Anschliessend gings dann nach Kabah, einer anderen Maya Ruine. Kabah war zwar auch sehr schoen, aber es wird einfach mal Zeit fuer eine Weile Strand, nach all der Kultur, vorallem fuer Sebastian.

Wenn alles nach Plan laeuft, gehts dann morgen weiter nach Valladolid und Chichén Itzá und dann weiter auf die Karibische Insel “Isla de Mujeres” zum Entspannen.

Falls ihr uns nochmal Post schicken wollt, die naechste Adresse waere Antigua in Guatemala.

Also bis bald, liebe Gruesse Hannah

Yucatan im Sturm!

Nein, keine Sorge – weder ein raues Karibiklueftchen, noch die deutschen, donnernden Herbst-Winterstuerme erschuettern hier unser ungestoertes Reiseleben. Nein, im Gegenteil, wir sind es, die Yucatan im Sturm erobern. Nun haben wir schon zwei Staedte gesehen: Campeche und Merida. In letzterem sind wir gerade und zugegebenermassen auch erst wenige Stunden, aber nichtsdestotrotz…

Nach meinem letzten Beitrag aus Ocosingo haben wir uns aus dieser verregneten Gegend direkt in den Dschungel nach Palenque aufgemacht. Palenque ist eine kleine, gesichtslose Stadt, die wir bestimmt nicht mal gekannt haetten, gaebe es dort nicht eine der schoensten Ruinen in ganz Mexiko. Die alten, grossen Mayatempel stehen hier mitten im dampfenden Urwald und verteilen sich ueber ein riesiges Arreal. Der groesste Teil der gut erhaltenen und sich in der Restauration befindlichen Ruinen ist jedoch relativ komplex. Die Maya haben schon einen komplett anderen Baustil als die Azteken, es bereitet einem wirklich keine Probleme die nordwestlichen indigenen Bauten von denen im Suedosten zu unterscheiden. Palenque selbst ist schon sehr schoen, es war nur schade, dass wir die Besichtigung ohne Fuehrer angehen musste. Die kosten hier sehr viel, fuer zwei Personen nicht zu stemmen. Wir haben versucht uns mit ein paar von den zahlreichen franzoesischen Touris zusammenzutun, aber das scheiterte leider an den (man hoere und staune) mangelnden Englischkenntnissen unserer Nachbarn. Wir wollten verstaendlicherweise keine Tour auf Spanisch oder gar franzoesisch. Also machten wir uns alleine auf in die Ruinen. Und ich muss schon sagen, ich bin mir ziemlich sicher, dass Hannah nicht so denkt, aber ich finde es trotzdem: irgendwann sind die Dinger nicht mehr interessant. Es sind halt doch nur Steine mit relativ wenig Aussagekraft. Schimpft mich einen Toren, aber ich bin mir ziemlich sicher, hierfuer nicht gerade eine Passion meinerseits entdeckt zu haben.

Der Dschungel, der die Ruinen von Palenque umgibt, war dennoch sehr schoen, auch wenn wir keine der versprochenen Bruellaffen gehoert oder Tucane gesehen haben. Immerhin gab es einen Tucan in unserem Hotel (das auch so hiess). Sehr amuesante Voegel, ich frage mich wirklich, wofuer die einen so ueberdimensionierten Schnabel brauchen.

Unsere naechste Tour ging dann an die Aqua Azul Wasserfaelle. Diese sind so bekannt, weil sie in ebenfall dschungeliger Umgebung ueber viele kleine und groessere Kaskaden wunderschoen blaue und ruhige Becken bilden. Das Wasser ist enorm kalkhaltig, weswegen das komplette Flussbett glatt ist. Umgestuerzte, im Wasserfall verkantete Baeume werden innerhalb weniger Jahre ein Teil der Wasserfaelle. Irgendwann sieht man ihre urspruengliche Beschaffenheit nicht mehr, da sie von einer frischen Kalkschicht ueberzogen werden. Dort geschah es auch, dass ich meinen ersten, winzig kleinen Kolibri zu sehen bekam. Echt putzig!  Wir haben auch tolle Bilder von uns beiden, wie wir todesmutig die “dangerous not to swim”-Schilder missachten (das steht wirklich woertlich so da, wir haben es dokumentiert!) und auf den groessten Wasserfall zuschwimmen, bzw. im flachen Wasser davor gnadenlos posen. Hat Spass gemacht. Trat bei manchen (vornehmlich aelteren) Touris eine Welle der Empoerung los, bei anderen animierte es eher zum Nachahmen. Wir haben es uns aber auch abgeschaut. Mit diesem Erlebnis wurde dann auch das Kapitel Mexiko ohne Yucatan geschlossen.

Nun waren wir zwei Tage in Campeche, einer Stadt, die das sehr bemerkenswerte Unterfangen betreibt, sich selbst sauberzuhalten. Dies gelingt den Campechanern im Vergleich zu manchen anderen Staedten auch relativ gut – in Kombination mit den massiven Renovierungsarbeiten vor wenigen Jahren macht die Stadt einen ziemlich intakten Eindruck. Nur fuer uns wurde nicht so viel geboten. Die Stadt zehrt massiv von ihrem Image als Piratenstadt – und damit hats sich dann auch schon. Da wenig Tourismus vorhanden ist, gibt es unter den wenigen Ho(s)tels keinen Wettbewerb, was sich darin bemerkbar machte, dass in der kompletten Stadt keine wirklich zufriedenstellende Unterkunft zu finden war. Also wollte ich nicht zuletzt auch deswegen weiter nach Merida.

Nun sind wir da und haben auch gleich schon voller freudiger Erwartung die Hauptpost aufgesucht, aber denkste: da steht jetzt ein Museum drin, von Post weit und breit keine Spur. Die liegt mittlerweile ganz woanders, nur unser Reisefuehrer war bereits zu alt. Wir haben noch nicht viel von der Stadt gesehen, weswegen ich noch kein Urteil wagen moechte. Aber unsere Erwartungen sind schon sehr gross, kulturell soll die Stadt viel zu bieten haben. Auf jeden Fall hat sie ein englischsprachiges Kino – das wird besucht!

Also dann, bis zum naechsten Mal!

 Sebastian

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